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Produkt-Bild: Kernschmelze im Finanzsystem: ...eine scharfe Analyse.... für jeden verständlich

Kernschmelze im Finanzsystem: ...eine scharfe Analyse.... für jeden verständlich von Wolfgang Münchau

Gebundene Ausgabe von Hanser Wirtschaft
Preis bei Amazon: EUR 21,90

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3446418474, Erscheinungsdatum: November 2008
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5 Kundenrezensionen:

Echte Enttäuschung!
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Noch nie habe ich eine Rezension geschrieben, aber bei diesem Buch geht es nicht anders. Hier mußte wohl kurz vor Weihnachten noch Kasse gemacht werden.

Das Buch ist zum großen Teil aus dem bereits bestehenden Buch "Vorbeben" aufgewärmt. Der Rest ist eine langweilige Aneinanderreihung von Zeitungsartikeln oder eine lexikonhafte Darstellung von angeblichem Wissen und Definitionen wie man Sie überall im Internet lesen kann. Die wirklichen Aussagen kann man auf 10 Seiten eindampfen.

Schade, denn das Thema ist wirklich spannend, aber zum Erklären braucht man kein Buch schreiben. 10 Seiten Powerpoint tun's auch, nur verdient damit keiner Geld.
naja
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Ich habe das Buch als interessierter Laie gekauft, um Konkretes über die Krise zu erfahren, speziell, was sie für uns in Deutschland bedeutet und noch bringen kann. Sozusagen, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen bzw. auch, um zu erfahren, wo wir stehen (bzw. zur Drucklegung des Buches standen).

Sicher bin ich zu wenig versiert, um möglicherweise enthaltene feine Finessen angemessen zu würdigen. Aber im Großen und Ganzen hat mir das doch recht teure Buch nicht viel Neues beschert. Wie aus der Vermarktung von Subprime-Krediten die Finanzmarktkrise wurde, habe ich mir schon vorher so etwa zusammengereimt.

Wie die Produkte im Einzelnen heißen, wer die Akteure im einzelnen sind, hatte mich vorher nicht besonders interessiert und fesselte mich auch im Buch nicht; ebenso wenig die Frage nach den Schuldigen, die ja doch sehr sichtabhängig zu sein scheint.

Zu den Anlageempfehlungen - naja. Ich habe das Buch gewiss nicht deshalb gekauft, trotzdem interessierte mich natürlich die Meinung des Autors. Die bestand für den Normalanleger in: einer guten Mischung aus sicheren Wertpapieren, Immobilien und Gold ... hm ... auch in dieser Kürze gegeben ... man möge mir verzeihen, aber das finde ich doch auch bei "Frau im Spiegel", dass man jetzt auf Nummer sicher gehen sollte?

Wie gesagt, vielleicht ist ja ein Kenner der Materie begeistert. Vielleicht hat der Autor seine Szenarienketten auch nur nicht weit genug ausgeführt, um auch mir klarzumachen, wohin sie letztlich führen (zum Beispiel endete das "pessimistische Szenario" mit einen Ölpreis von x (130 $, glaube ich), einem Dollarkurs von 1,80 ¬ ... dem Eingeweihten mag da aufgehen, was das alles nach sich zieht, mich ließ das erst einmal kalt.

Überhaupt vermisste ich ein wenig das Anschauliche.

Gleichzeitig ist schön, dass auf jegliche Reißerischkeit verzichtet wurde.

Noch ein Detail, das mir hin und wieder auffiel. Da wird gesagt, dass die Banken ihre Kreditrisiken auf eigens gegründete Firmen übertragen und auslagern. Dann folgte ein Satz etwa wie "Dennoch stehen die Banken natürlich für die Verluste dieser Firmen gerade". Ohne weitere Erklärung, dabei ist gerade das der missing link für mich, schon vor Kauf des Buches gewesen: Warum, wo sie doch ausgelagert sind? Als Laie stand ich immer wieder vor einem Riss in der Plausibilitätskette. Für den Profi sicher leicht zu überbrücken, für mich nur mit einem resignierten Schulterzucken hinzunehmen.

Fazit: ja, gut zu lesen, ja, gut geschrieben, ja, man fühlte sich als Leser für voll genommen; aber - eeehm - irgendwie zu wenig, zumindest für den Preis. Zu wenig Neues, zu wenig Bildhaftes, zu wenig "von außen betrachtet" eventuell auch.
Fundiert und informativ.
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Der Autor beschreibt zum einen die Ursachen der Kreditkrise und zum anderen die möglichen Auswirkungen in den nächsten Jahren, letztere anhand unterschiedlicher Szenarien.

Wer den Autor kennt, der weiß, dass es sich nicht um einen Propheten des kommenden Weltuntergangs handelt. Seine Analyse ist sehr fundiert und auch seine Szenarien für die Entwicklung in den nächsten Jahren sind plausibel und nachvollziehbar.

Das Buch ist keine leichte Kost, selbst für den vorbelasteten Leser. Ich empfehle es jeden, der den Aussaggen der Politiker und der Bankvorstände mißtraut, und sich selbst ein Bild von der Kreditkrise und deren Folgen machen will.

Wichtig: Das Thema betrifft jeden, der sich mit Vermögenaufbau und Geldanlage befasst.
Heute am Abgrund, morgen einen Schritt weiter?
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wenn der ehemalige Finanzstaatssekretär, ehemalige geschäftsführende Direktor des IWF und amtierende Bundespräsident Köhler den Finanzmärkten eine Entwicklung hin zu "Monstern" bescheinigt, wenn der Großinvestor Warren Buffett den Finanzderivathandel mit "finanziellen Massenvernichtungswaffen" vergleicht und wenn mit Fannie Mae und Freddie Mac zwei private Hypothekenhändler mit schwer vorstellbarem Einfluss auf die Finanzmärkte vor der Verstaatlichung stehen, dann läuft auf den Finanzmärkten mit einiger Wahrscheinlichkeit einiges grundlegend verkehrt. Warum das passieren kann, schildert Wolfgang Münchau in seiner ausgezeichneten Darstellung in angenehm unaufgeregter, lakonischer Weise. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der detaillierten Darstellung der einzelnen Finanzinstrumente und ihrer Wirkungsmechanismen, die anhand von konkreten Beispielen verdeutlicht werden. Literaturhinweise und ein Glossar runden des Buch ab, so dass die geneigte Leserin oder der geneigte Leser nach der Lektüre zwar noch nicht zwingend mit Börsenwerten, aber immerhin doch mit Begriffen davon zu jonglieren vermag: Collateralized Mortgage Obligations, Asset-Backed Commercial Papers, Mezzanine, die Euribor und viele andere Begriffe sind nach der Lektüre vertraute Fremdwörter. Im Gegensatz zu machem Derivat ist das Buch eine sehr sichere Anlage.
Ein Blick in die Glaskugel des Kapitalmarkts
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Falls Sie sich fragen, was eigentlich im Jahr 2007 an Börse und Kapitalmarkt so richtig schiefgelaufen ist, liefert Ihnen Autor Wolfgang Münchau die Erklärung. Doch aufgepasst: Auch wenn Titel und Aufmachung etwas populär daherkommen (Das Buch zum Crash), ist das Werk alles andere als seicht. Manche Passagen sind definitiv nichts für Einsteiger und erschließen sich nur mit guten Vorkenntnissen. Financial Times-Europakolumnist Münchau ist ein begnadeter Schreiber, bedauerlich ist lediglich, dass er sich dazu hinreißen lässt, an vielen Stellen seinen Arbeitgeber in den Vordergrund zu rücken. Inhaltlich scheint Münchau auf dem richtigen Weg zu sein: In den ersten Monaten nach Erscheinen des Buchs haben sich die Finanzmärkte praktisch wie prognostiziert entwickelt. getAbstract empfiehlt es nachdrücklich allen, die an Börsen- und Wirtschaftszusammenhängen interessiert sind.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Vorbeben: Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können

Vorbeben: Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können von Wolfgang Münchau

Gebundene Ausgabe von Hanser Fachbuch
Preis bei Amazon: EUR 21,90, Angebote ab EUR 16,90

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3446413901, Erscheinungsdatum: Februar 2008, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

Echte Enttäuschung!
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Noch nie habe ich eine Rezension geschrieben, aber bei diesem Buch geht es nicht anders. Hier mußte wohl kurz vor Weihnachten noch Kasse gemacht werden.

Das Buch ist zum großen Teil aus dem bereits bestehenden Buch "Vorbeben" aufgewärmt. Der Rest ist eine langweilige Aneinanderreihung von Zeitungsartikeln oder eine lexikonhafte Darstellung von angeblichem Wissen und Definitionen wie man Sie überall im Internet lesen kann. Die wirklichen Aussagen kann man auf 10 Seiten eindampfen.

Schade, denn das Thema ist wirklich spannend, aber zum Erklären braucht man kein Buch schreiben. 10 Seiten Powerpoint tun's auch, nur verdient damit keiner Geld.
naja
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Ich habe das Buch als interessierter Laie gekauft, um Konkretes über die Krise zu erfahren, speziell, was sie für uns in Deutschland bedeutet und noch bringen kann. Sozusagen, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen bzw. auch, um zu erfahren, wo wir stehen (bzw. zur Drucklegung des Buches standen).

Sicher bin ich zu wenig versiert, um möglicherweise enthaltene feine Finessen angemessen zu würdigen. Aber im Großen und Ganzen hat mir das doch recht teure Buch nicht viel Neues beschert. Wie aus der Vermarktung von Subprime-Krediten die Finanzmarktkrise wurde, habe ich mir schon vorher so etwa zusammengereimt.

Wie die Produkte im Einzelnen heißen, wer die Akteure im einzelnen sind, hatte mich vorher nicht besonders interessiert und fesselte mich auch im Buch nicht; ebenso wenig die Frage nach den Schuldigen, die ja doch sehr sichtabhängig zu sein scheint.

Zu den Anlageempfehlungen - naja. Ich habe das Buch gewiss nicht deshalb gekauft, trotzdem interessierte mich natürlich die Meinung des Autors. Die bestand für den Normalanleger in: einer guten Mischung aus sicheren Wertpapieren, Immobilien und Gold ... hm ... auch in dieser Kürze gegeben ... man möge mir verzeihen, aber das finde ich doch auch bei "Frau im Spiegel", dass man jetzt auf Nummer sicher gehen sollte?

Wie gesagt, vielleicht ist ja ein Kenner der Materie begeistert. Vielleicht hat der Autor seine Szenarienketten auch nur nicht weit genug ausgeführt, um auch mir klarzumachen, wohin sie letztlich führen (zum Beispiel endete das "pessimistische Szenario" mit einen Ölpreis von x (130 $, glaube ich), einem Dollarkurs von 1,80 ¬ ... dem Eingeweihten mag da aufgehen, was das alles nach sich zieht, mich ließ das erst einmal kalt.

Überhaupt vermisste ich ein wenig das Anschauliche.

Gleichzeitig ist schön, dass auf jegliche Reißerischkeit verzichtet wurde.

Noch ein Detail, das mir hin und wieder auffiel. Da wird gesagt, dass die Banken ihre Kreditrisiken auf eigens gegründete Firmen übertragen und auslagern. Dann folgte ein Satz etwa wie "Dennoch stehen die Banken natürlich für die Verluste dieser Firmen gerade". Ohne weitere Erklärung, dabei ist gerade das der missing link für mich, schon vor Kauf des Buches gewesen: Warum, wo sie doch ausgelagert sind? Als Laie stand ich immer wieder vor einem Riss in der Plausibilitätskette. Für den Profi sicher leicht zu überbrücken, für mich nur mit einem resignierten Schulterzucken hinzunehmen.

Fazit: ja, gut zu lesen, ja, gut geschrieben, ja, man fühlte sich als Leser für voll genommen; aber - eeehm - irgendwie zu wenig, zumindest für den Preis. Zu wenig Neues, zu wenig Bildhaftes, zu wenig "von außen betrachtet" eventuell auch.
Fundiert und informativ.
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Der Autor beschreibt zum einen die Ursachen der Kreditkrise und zum anderen die möglichen Auswirkungen in den nächsten Jahren, letztere anhand unterschiedlicher Szenarien.

Wer den Autor kennt, der weiß, dass es sich nicht um einen Propheten des kommenden Weltuntergangs handelt. Seine Analyse ist sehr fundiert und auch seine Szenarien für die Entwicklung in den nächsten Jahren sind plausibel und nachvollziehbar.

Das Buch ist keine leichte Kost, selbst für den vorbelasteten Leser. Ich empfehle es jeden, der den Aussaggen der Politiker und der Bankvorstände mißtraut, und sich selbst ein Bild von der Kreditkrise und deren Folgen machen will.

Wichtig: Das Thema betrifft jeden, der sich mit Vermögenaufbau und Geldanlage befasst.
Heute am Abgrund, morgen einen Schritt weiter?
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wenn der ehemalige Finanzstaatssekretär, ehemalige geschäftsführende Direktor des IWF und amtierende Bundespräsident Köhler den Finanzmärkten eine Entwicklung hin zu "Monstern" bescheinigt, wenn der Großinvestor Warren Buffett den Finanzderivathandel mit "finanziellen Massenvernichtungswaffen" vergleicht und wenn mit Fannie Mae und Freddie Mac zwei private Hypothekenhändler mit schwer vorstellbarem Einfluss auf die Finanzmärkte vor der Verstaatlichung stehen, dann läuft auf den Finanzmärkten mit einiger Wahrscheinlichkeit einiges grundlegend verkehrt. Warum das passieren kann, schildert Wolfgang Münchau in seiner ausgezeichneten Darstellung in angenehm unaufgeregter, lakonischer Weise. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der detaillierten Darstellung der einzelnen Finanzinstrumente und ihrer Wirkungsmechanismen, die anhand von konkreten Beispielen verdeutlicht werden. Literaturhinweise und ein Glossar runden des Buch ab, so dass die geneigte Leserin oder der geneigte Leser nach der Lektüre zwar noch nicht zwingend mit Börsenwerten, aber immerhin doch mit Begriffen davon zu jonglieren vermag: Collateralized Mortgage Obligations, Asset-Backed Commercial Papers, Mezzanine, die Euribor und viele andere Begriffe sind nach der Lektüre vertraute Fremdwörter. Im Gegensatz zu machem Derivat ist das Buch eine sehr sichere Anlage.
Ein Blick in die Glaskugel des Kapitalmarkts
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Falls Sie sich fragen, was eigentlich im Jahr 2007 an Börse und Kapitalmarkt so richtig schiefgelaufen ist, liefert Ihnen Autor Wolfgang Münchau die Erklärung. Doch aufgepasst: Auch wenn Titel und Aufmachung etwas populär daherkommen (Das Buch zum Crash), ist das Werk alles andere als seicht. Manche Passagen sind definitiv nichts für Einsteiger und erschließen sich nur mit guten Vorkenntnissen. Financial Times-Europakolumnist Münchau ist ein begnadeter Schreiber, bedauerlich ist lediglich, dass er sich dazu hinreißen lässt, an vielen Stellen seinen Arbeitgeber in den Vordergrund zu rücken. Inhaltlich scheint Münchau auf dem richtigen Weg zu sein: In den ersten Monaten nach Erscheinen des Buchs haben sich die Finanzmärkte praktisch wie prognostiziert entwickelt. getAbstract empfiehlt es nachdrücklich allen, die an Börsen- und Wirtschaftszusammenhängen interessiert sind.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Das Ende der sozialen Marktwirtschaft

Das Ende der sozialen Marktwirtschaft von Wolfgang Münchau

Gebundene Ausgabe von Hanser Wirtschaft
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 4,79

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3446405593, Erscheinungsdatum: Februar 2006, Auflage: 1
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4 Kundenrezensionen:

Nur 10 Irrtümer?
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Ich habe das Buch als Gegenposition zu "Bankraub globalisiert" von Peter Haisenko gelesen um eine differenziertere Sicht zu entwickeln. Leider war es dazu völlig ungeeignet. Mir erscheint es wie der übliche Wortschwall, mit dem Sachverhalte verschleiert statt erklärt werden. Am Stil hat mich auch gestört, dass Personen, die anderer Meinung als der Autor sind bzw. deren Aussagen, einfach als dumm bezeichnet werden. Ich erwarte in einem solchen Buch dass Argumente gegenübergestellt und nachvollziehbar bewertet werden.
Bei welcher Konferenz, an welchem Ort der Autor mit wem ein Gespräch geführt hat, scheint ihm wichtig zu sein, mir jedoch nicht. Auch die, wenn auch kurzen, Abschweifungen in die Vita zitierter Personen hilft mir beim Verständnis nicht.
Was mir das Lesen des Buches dann wirklich erschwert hat, war dass auf Seite 18 Hans Tietmeyer als ehemaliger "Präsident der Deutschen Bank" bezeichnet wurde. Auf der nächsten Seite steht dann zwar auch richtig Bundesbank, aber das hat mich bezüglich der Sorgfalt des Autors skeptisch gemacht. In einer vorgetragenen Rede würde mich das als Versprecher nicht stören, aber an ein Buch stelle ich da höhere Anforderungen.
Auf Seite 49 wird das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland und China für 2007 mit "etwas über zwei Milliarden Dollar" angegeben. Das sind für Deutschland 25 Dollar pro Kopf. Also habe ich einen Fehler bei der Zehnerpotenz vermutet und beim Statistischen Bundesamt nachgesehen. Dort werden (für Deutschland) 2423 Milliarden Euro angegeben. Das sind beim aktuellen Kurs 3827 Milliarden Dollar (zum 1.7.2005 immer noch 2907 Milliarden). Mit der falschen Zehnerpotenz bzw. der Interpretation des Tausendertrennzeichens als Dezimaltrennzeichen UND der Anwendung des Kurses aus 2005 in die falsche Richtung kommt man dann tatsächlich auf etwas über 2 Milliarden.
Im Laufe des Lesens habe ich das Buch mit Fähnchen bestückt, um die vielen Stellen zu markieren, zu denen ich die angegebenen Daten noch überprüfen will, da sie mir teilweise nicht plausibel erscheinen.
Hoch gelobt wird das amerikanische System, besonders z.B. die einfache Vergabe von "Mortgages", die etwas ganz anderes sein sollen wie Hypotheken. Laut Wörterbuch ist das einfach nur die Übersetzung. "Mortgages" sind aber ganz toll, weil diese gehandelt werden. Wie toll, das findet sich heute unter dem Stichwort "Subprime-Krise", die es damals (2005/2006) natürlich noch nicht gab.
Im Ausland, insbesondere in Ländern mit dem "richtigen" Wirtschaftssystem, wie den USA, wird das deutsche System angeblich nur belächelt. Wie erklärt sich dann ein Artikel in der FAZ vom 16.01.2008 mit der Überschrift "Amerikaner kaufen sich in die Deutschland AG ein", in dem beschrieben wird, dass amerikanische, institutionelle Anleger (seit 2004) massiv in deutsche Aktiengesellschaften investieren?
Herr Münchau hat sein Ziel, "Die 10 Irrtümer der Sozialen Marktwirtschafft" darzustellen, übererfüllt. Das Buch enthält weit mehr als 10 Irrtümer. Leider werden diese aber als Tatsachen dargestellt.
Auf dieser Basis die Änderung der Verfassung und des Wirtschafssystems zu fordern, erscheint mir - vorsichtig ausgedrückt - selbstbewusst.
Against the grain
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Es gibt ein schönes Gedicht von H.M. Enzensberger: Die Verteidigung der Wölfe gegen die Lämmer. Dieses Buch, verfasst von Wolfgang Münchau, Associated Editor der Financial Times unternimmt ähnliches, u.a. zur Verteidigung der sog. Heuschrecken. Die gewählte Verteidigungsstrategie ist die marktradikale Offensive, ohne in den grassieren Vulgärliberalismus zu verfallen: Der Mittelstand? Ein Reformhindernis. Zu hohe Steuerlast? Mitnichten. Zu hohe Sozialhilfe? Ach was. Keynes? Ein guter Mann. Erhard? Aller Laster Anfang. Universalbanken? Dinos ihrer Zunft. Staatsverschuldung? Überbewertet. Eine rein kapitalgedeckte Rentenversicherung? Falsch. Öffentliche Investitionen? Zu niedrig. Die Argumentation ist durchgehend konstruktiv. Dabei hat das Werk auch Defizite: Die kritisierte Deutschland AG gibt es in dieser Form längst nicht mehr. Die Kritik am Mittelstand ist dürftig begründet, die Schwächen der Finanzmärkte bleiben unterbelichtet. Die Begründung hält öfter nicht mit dem Schwung der These mit. Und dennoch: das Buch ist gut und schlüssig formuliert und derart konsequent gegen jeglichen wirtschaftspolitischen Mainstream geschrieben, dass die Investition in die Lektüre eine sehr sichere ist.
Freie statt Sozialer Marktwirtschaft
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Freie statt Sozialer Marktwirtschaft

Der Autor zeigt in seinem Buch, dass die Soziale Marktwirtschaft weder sozial noch eine Martwirtschaft ist. Sie ist vielmehr ein deutscher Sonderweg und muss zu Gunsten einer freien Marktwirtschaft aufgegeben werden. Das ist jedoch schwiereig, weil sie im Grundgesetz verankert ist.

Man erfährt, dass im Gegensatz zum Erfinder der Sozialen Marktwirtschaft (Eucken) sein Kollege Hayek international bekannt ist (Nobelpreisträger der "neoliberalen" Universität Chicago). Die Soziale Marktwirtschaft hat demnach sehr wohl eine philosophische, aber leider keine ökonomische Grundlage.

Der Autor beschreibt die Soziale Marktwirtschaft als "rheinischen Kapitalismus". Die damit verbundene Klüngelwirtschaft zwischen Banken, Industrie, Verbänden und Politik müsse abgeschafft werden. Das bedeutet vor allem:

- Privatisierung der Volksbanken, Sparkassen und Landesbanken
- Entmachtung des Arbeitsmarktes (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände)
- Abschaffung der paritätischen Mitbestimmung bei AGs (nicht: Abschaffung der Betriebsräte)

Danach ist es möglich, Kapital- und Gütermärkte im Sinne eines mündigen Bürgers zu deregulieren und das Arbeitsrecht zu flexibilisieren. Das hat zur Folge, dass die Spielräume für Geld- und Fiskalpolitik wieder größer werden.

Der Autor fordert darüber hinaus, die Geldpolitik der EZB zu ändern. Die von ihr verwendete Geldmengensteuerung wurde demnach inzwischen auch vom Erfinder des Monetarismus, Milton Friedman, als nicht durchführbar erkannt. Der Autor wünscht sich eine antizyklische Finanzpolitik und eine mehr auf die Konjunktur reagierende EZB (analog zur amerikanischen Notenbank).

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen Vergleich zwischen freier und Sozialer Marktwirtschaft sucht. Darüber hinaus erfährt man, dass eine freie Martkwirtschaft sehr sozial sein kann. Die ökonomischen Überlegungen sind stichhaltig und werden durch Zitate anerkannter Wirtschaftswissenschaftler belegt. Den Punktabzug gibt es für die Forderung nach einem Mindestlohn aus sozialstaatlichen Gründen; dieser ist mit einer wirklich freien Marktwirtschaft nicht vereinbar.
Sehr lesenswerte Zeitdiagnose
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Die meisten Bücher, die die Krankheiten des deutschen Wirtschaftssystems zu diagnostizieren trachten - meist in bester Absicht -, vermeiden es, den entscheidenden, radikalen Schritt zu fordern: die Abschaffung des Systems als Ganzes. Der deutsche Sonderweg der Sozialen Marktwirtschaft wird im Ausland ohnehin nicht verstanden und hinter vorgehaltener Hand belächelt. Zudem wird man das Gefühl nicht los, dass auch innerhalb der deutschen Politik viele die Grundzüge der Sozialen Marktwirtschaft nicht erläutern können. Kein Wunder also, wenn häufig die neuesten Reformen bald wieder reformiert werden müssen. Wolfgang Münchau verfügt als Europa-Kolumnist und langjähriger Auslandskorrespondent der "Financial Times" über die Fähigkeit zur internen wie externen Begutachtung. Vor ihm legte noch niemand derart dezidiert dar, dass die Soziale Marktwirtschaft nicht reformiert, sondern nur als Ganzes abgeschafft werden kann. Die entscheidende Frage ist nur: Wie? Hier bietet Münchau schlüssige, überraschende, auch zum Widerspruch reizende Ansätze. Das Buch ist äußerst empfehlenswert für alle, die an einem "Big Picture" des deutschen Wirtschaftssystems interessiert sind, meinen wir.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: 101 Frauen der  deutschen Wirtschaft

101 Frauen der deutschen Wirtschaft von Christoph Keese, Wolfgang Münchau

Audio CD von Technisat/Radioropa Hörbuch
Preis bei Amazon: EUR 19,80, Angebote ab EUR 4,94

ISBN: 3866672322, Erscheinungsdatum: Oktober 2006, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: 101 Frauen der  deutschen Wirtschaft
Produkt-Bild: 101 Frauen der deutschen Wirtschaft

101 Frauen der deutschen Wirtschaft

Gebundene Ausgabe von Gabler
Preis bei Amazon: EUR 32,00, Angebote ab EUR 8,80

ISBN: 3409150110, Erscheinungsdatum: Mai 2003, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: 101 Frauen der deutschen Wirtschaft
Produkt-Bild: Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft

Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft von Wolfgang Münchau

Audio CD von RADIOROPA Hörbuch
Preis bei Amazon: EUR 14,80, Angebote ab EUR 7,50

ISBN: 3866672993, Erscheinungsdatum: Dezember 2006, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft
Produkt-Bild: Vorbeben. 5. Auflage.

Vorbeben. 5. Auflage. von Wolfgang Münchau

Taschenbuch von Hanser Verlag, 2008.
Der Artikel ist derzeit nicht verfügbar, kann jedoch vorbestellt werden.

ISBN: , Erscheinungsdatum: Januar 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Vorbeben. 5. Auflage.